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Das Prinzip Kunstkammer

Samuel Blesendorf, Idealansicht eines Raums des Antikenkabinetts im Berliner Schloss, aus: Lorenz Beger, Thesaurus Brandenburgicus, 1696.
Samuel Blesendorf, Idealansicht eines Raums des Antikenkabinetts im Berliner Schloss, aus: Lorenz Beger, Thesaurus Brandenburgicus, 1696.

Mit dem Humboldt Forum werden die Visionen der damaligen Berliner Kunstkammer wieder spürbar – als ein Ort der Welterkundung und der fruchtbaren Verbindung von Kunst und Wissenschaft.

Im 16. Jahrhundert entstanden an vielen europäischen Fürstenhöfen sogenannte Kunst- und Wunderkammern. Ihr Anspruch lag darin, alle Elemente der Welt im Mikrokosmos einer Sammlung zu vereinen. In den Bereichen Naturalia, Scientifica und Artificialia wurden Objekte aus der eigenen und aus anderen Kulturen geordnet, aber auch frei arrangiert und benutzt.

Auch im Berliner Stadtschloss füllten einheimische wie nicht-europäische Objekte aus Natur und Kunst, Wissenschaft und Geschichte mehrere Räume. Ihre Besucher sollten die gesamte Welt durch das Betrachten, Ordnen oder Ausprobieren der unterschiedlichen Sammlungsgegenstände ergründen können. Die Sammlung war Archiv und Denkraum zugleich. Grundlegend ist Gottfried Wilhelm Leibniz Konzept eines Wissenstheaters, das er mit Blick auf die Kunstkammer des Berliner Schlosses entwarf. Für ihn barg die Kunstkammer mit ihrem Laborcharakter geradezu utopische Möglichkeiten für die Produktion und Vermittlung von Wissen. Im 19. Jahrhundert gingen die Kunstkammern in Museen oder Universitätssammlungen auf.