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"Dahlem Goes to Town!" - Chinesischer Gong des Ethnologischen Museums auf der Baustelle Berliner Schloss – Humboldt-Forum 2012; Foto: Paul Kranzler
"Dahlem Goes to Town!" - Chinesischer Gong des Ethnologischen Museums auf der Baustelle Berliner Schloss – Humboldt-Forum 2012; Foto: Paul Kranzler

In der historischen Mitte Berlins entsteht im Laufe dieses Jahrzehnts ein einzigartiges Zentrum für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung mit internationaler Ausstrahlung. Es widmet sich dem Dialog zwischen den Kulturen der Welt und richtet den Blick aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auf historische wie aktuelle Themen von globaler Relevanz.

Im wiedererrichteten Berliner Schloss werden sich in naher Zukunft Museen, Bibliothek, Universität und verschiedene Veranstaltungsbereiche zu einem Treffpunkt von Menschen aus aller Welt verbinden – unabhängig von Herkunft, Alter, Ausbildung, Interessen, Vorwissen oder Vorlieben. Im Humboldt Forum werden neue Formen des Zusammenwirkens erprobt, eine Vielfalt kultureller und gesellschaftlicher Ausdrucksformen erlebbar, und wissenschaftliche mit künstlerischen Arbeitsweisen verbunden. Die Geschichte wird in der Gegenwart lebendig. Das Humboldt Forum trägt dazu bei, ein aktuelles Verständnis unserer globalisierten Welt zu vermitteln; es wird Fragen aufwerfen wie auch nach Lösungen suchen. Es gilt dabei auch, ökonomische und ökologische Entwicklungen der Weltgesellschaft deutlich zu machen und zu zeigen, welche Aufgaben für deren Gestaltung vor uns liegen - in Politik, Wirtschaft und Kultur gleichermaßen. Getreu seiner Namensgeber, der Gebrüder Wilhelm und Alexander von Humboldt, soll dieser Ort für ein respektvolles und gleichberechtigtes Zusammenleben der Kulturen und Nationen stehen.


Denkmal Alexander von Humboldts vor dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin, Reinhold Begas: 1883; Foto: Humboldt-Universität, Heike
Denkmal Alexander von Humboldts vor dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin, Reinhold Begas: 1883; Foto: Humboldt-Universität, Heike Zappe
Denkmal Wilhelm von Humboldts vor dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin, Paul Otto, 1883; Foto: Humboldt-Universität, Heike Zappe
Denkmal Wilhelm von Humboldts vor dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin, Paul Otto, 1883; Foto: Humboldt-Universität, Heike Zappe

Mit ihrem weltoffenen Blick und der Bereitschaft, neue Wege zu beschreiten, versinnbildlichen die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt den Geist, der das Humboldt Forum durchdringt.

Der Name verweist auf den Forscherdrang und Entdeckergeist der beiden Brüder: Wilhelm (1767-1835) beteiligte sich als preußischer Politiker in Berlin an der Gründung von Universität und Museen. Die maßgeblich von ihm 1810 mitbegründete Universität zu Berlin, die heutige Humboldt-Universität, verkörperte sein Ideal einer Einheit von Forschung und Lehre in fächerübergreifender Prägnanz. Zudem beschäftigte er sich als Pionier mit der Struktur der außereuropäischen Sprachen. Alexander (1769-1859) brach in jungen Jahren auf, um auf dem amerikanischen Kontinent grundlegende Forschung durchzuführen. Dort hatte er wenig bekannte Flüsse befahren und den Chimborazo bestiegen, der damals als der höchste Berg der Welt galt. Die Auswertung dieser Reise beschäftigte ihn ein Leben lang und machte ihn weltberühmt. Manche feierten ihn sogar als „wahren Entdecker Amerikas“ (Simon Bolivar). In seinem Hauptwerk "Kosmos" versuchte er eine Gesamtschau von Natur und der vielfältigen Beziehungen des Menschen zu seiner Umwelt; als einer der wenigen seiner Zeit klagte er Rassismus und Sklaverei an.


Samuel Blesendorf, Idealansicht eines Raums des Antikenkabinetts im Berliner Schloss, aus: Lorenz Beger, Thesaurus Brandenburgicus, 1696.
Samuel Blesendorf, Idealansicht eines Raums des Antikenkabinetts im Berliner Schloss, aus: Lorenz Beger, Thesaurus Brandenburgicus, 1696.

Mit dem Humboldt Forum werden die Visionen der damaligen Berliner Kunstkammer wieder spürbar – als ein Ort der Welterkundung und der fruchtbaren Verbindung von Kunst und Wissenschaft.

Im 16. Jahrhundert entstanden an vielen europäischen Fürstenhöfen sogenannte Kunst- und Wunderkammern. Ihr Anspruch lag darin, alle Elemente der Welt im Mikrokosmos einer Sammlung zu vereinen. In den Bereichen Naturalia, Scientifica und Artificialia wurden Objekte aus der eigenen und aus anderen Kulturen geordnet, aber auch frei arrangiert und benutzt. Auch im Berliner Stadtschloss füllten einheimische wie nicht-europäische Objekte aus Natur und Kunst, Wissenschaft und Geschichte mehrere Räume. Ihre Besucher sollten die gesamte Welt durch das Betrachten, Ordnen oder Ausprobieren der unterschiedlichen Sammlungsgegenstände ergründen können. Die Sammlung war Archiv und Denkraum zugleich. Grundlegend ist Gottfried Wilhelm Leibniz Konzept eines Wissenstheaters, das er mit Blick auf die Kunstkammer des Berliner Schlosses entwarf. Für ihn barg die Kunstkammer mit ihrem Laborcharakter geradezu utopische Möglichkeiten für die Produktion und Vermittlung von Wissen. Im 19. Jahrhundert gingen die Kunstkammern in Museen oder Universitätssammlungen auf.