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Blick in die Eingangshalle, Wettbewerbsbeitrag Bauliches Corporate Design Holzer Kobler Architekturen Zürich; Foto: Holzer Kobler Architekturen Zürich
Blick in die Eingangshalle, Wettbewerbsbeitrag Bauliches Corporate Design Holzer Kobler Architekturen Zürich; Foto: Holzer Kobler Architekturen Zürich

Mit einer großen, einladenden Geste wird das Schloss seine Gäste empfangen.  Die beeindruckende Eingangshalle heißt die künftigen Besucher willkommen und weist ihnen den Weg durch das Humboldt Forum. Hier sind Informationen und Tickets erhältlich, man trifft sich, sieht sich. Mehr noch:  Das Entrée stimmt die Menschen auf eine vielfältige Erlebnis- und Entdeckungsreise ein. Angelehnt an das Prinzip der Kunstkammer eröffnet sich ein Blick auf den Facettenreichtum dieser Welt.

Die Eingangshalle ist die Herzkammer, das Gravitationszentrum des ganzen Hauses. Die gewaltige Höhe des Raumes lässt die Dimensionen des historischen Schlosses spüren. Hier wird ein überdachter öffentlicher Treffpunkt für ein internationales Publikum entstehen, in dem sich Gastfreundlichkeit, Inspiration und Vitalität des Humboldt Forums auf überraschende wie einnehmende Weise offenbaren. Bilddisplays führen die Angebote des Forums vor; sie locken mit Themen, Leidenschaften, Kunstwerken und Alltagswelten im Hier und Jetzt.

Die umlaufenden Galerien mit ihren beeindruckenden Ausmaßen bilden dagegen über drei Geschosse hinweg die Bühne für eine Inszenierung, die mit ihren Objekten und Bildinstallationen an die einstige Kunstkammer erinnern soll. Hier werden ideengeschichtliche Entwicklungen aufgegriffen und in einen faszinierenden, bis in die Gegenwart reichenden Resonanzraum eingebunden. Aus der Keimzelle Kunstkammer wird so ein moderner Makrokosmos im Mikrokosmos, der nicht mehr von fremdartigen Kuriositäten und Raritäten lebt, sondern von den Zeugnissen eines über Jahrhunderte gewachsenen Austausches und gleichberechtigten Dialogs der Kulturen der Welt.


Geschichte des Ortes

Ausgrabungen auf dem Schlossplatz, 2012; Foto: Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum
Ausgrabungen auf dem Schlossplatz, 2012; Foto: Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum

Schloss und Schlossplatz blicken auf eine lange, wechselhafte Geschichte zurück. Im Zusammenspiel mit dem „Archäologischen Fenster“ werden in der „Galerie der Geschichte des Ortes“ die Spuren der Vergangenheit im Humboldt-Forum exemplarisch aufgedeckt.

Im Berliner Schloss residierten brandenburgische Kurfürsten, preußische Könige und deutsche Kaiser. Die Novemberrevolution, die Abdankung des Kaisers 1918, das Schloss als Museum in der Weimarer Republik, die ausgebrannte Kriegsruine, die Sprengung des Schlosses, der Palast der Republik sowie dessen Abriss wegen Asbestbelastung – all diese Ereignisse werden in der Galerie der Geschichte des Ortes nacherzählt. Auch die im Zuge der Ausgrabungen wieder freigelegten Kellerreste werden als „Archäologisches Fenster“ für den Besucher begehbar werden: barocke Kellergewölbe, die ehemalige Wachstube des Schlosskommandanten sowie die Sprenglöcher von der Zerstörung des Schlosses im Jahr 1950 werden zu sehen sein. Auf diese Weise kann der Besucher unmittelbar in die Geschichte des Ortes ‚eintreten’.


Verbesserung von dezentralen Wasserpumpen in Andhra Pradesh, Indien, ein Projekt der Kooperationswissenschaften an der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin im Zusammenarbeit mit dem International Institute of Inf
Verbesserung von dezentralen Wasserpumpen in Andhra Pradesh, Indien, ein Projekt der Kooperationswissenschaften an der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin im Zusammenarbeit mit dem International Institute of Inf

Die Humboldt-Universität zu Berlin wird im Humboldt-Forum dem Thema Wissenschaft eine Bühne geben und sie als zentralen Bestandteil unserer Kultur für ein breites Publikum begreifbar machen.

Auf 1.000 Quadratmetern Fläche werden wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen auf anschauliche und lebendige Weise vermitteln, welche Rolle Wissenschaft im Alltag eines jeden spielt. Dabei geht es vor allem um wissenschaftliche Vorgehens- und Erkenntnisweisen, also um die methodische Dimension der Entstehung neuen Wissens. Umgekehrt will die Universität zeigen, wie in den unterschiedlichen Fachdisziplinen, sei es im Labor, auf Reisen oder in Archiven, wissenschaftlich gearbeitet wird und mit welchen Fragen sich Forscherinnen und Forscher rund um den Globus im Dialog miteinander befassen. Nicht eine Leistungsschau wissenschaftlicher Erfolge steht im Vordergrund, sondern das Sichtbarmachen von Methoden und Erkenntnisprozessen in der Geschichte und Gegenwart wissenschaftlicher Praxis, zu der auch Kontroversen, Spekulationen, Irrtümer und Grenzen gehören. Für diese kreativen Gestaltungsprozesse sollen, auch unter Einbezug von Objekten aus den Sammlungen der Universität, experimentelle Formen der Ausstellungspräsentation entwickelt werden. Zudem wird das Lautarchiv der Humboldt-Universität, eine Sammlung historischer „Stimmen der Welt“, im Humboldt-Forum zugänglich sein.


Bibliothek der außereuropäischen Kunst und Kulturen

Olfert Dapper: Umbständliche und Eigentliche Beschreibung von Africa, und denen darzu gehörigen Königreichen und Landschaften, als Egypten, Barbarien, Libyen, Biledulgerid, dem Lande der Negros, Guinea, Ethiopien, Abyßina und den Africanischen Insulen
Olfert Dapper: Umbständliche und Eigentliche Beschreibung von Africa, und denen darzu gehörigen Königreichen und Landschaften, als Egypten, Barbarien, Libyen, Biledulgerid, dem Lande der Negros, Guinea, Ethiopien, Abyßina und den Africanischen Insulen

Die an ihrem heutigen Standort in Dahlem organisatorisch noch getrennten Bibliotheken des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst werden zu einer großen Forschungsbibliothek für die Kulturen und die Kunst Außereuropas vereint.

150.000 Bände finden in der ersten Etage des Humboldt-Forums neben den Flächen der Humboldt-Universität und der Zentral- und Landesbibliothek auf rund 1.900 Quadratmeter ihren Platz. Ein neues Sammelgebiet wird die Literatur zur zeitgenössischen außereuropäischen Kunst sein. Die öffentliche Bibliothek ist als Präsenzbibliothek mit einem großzügigen Bereich mit Freihandaufstellung geplant. Sie verfügt über eine Galerie im Lesebereich, einen Gruppenarbeitsraum und mehrere kleine Studios für audiovisuelle Medien. Auch Büros für Gastwissenschaftler werden eingerichtet. Die Bibliothek der Museen im Humboldt-Forum steht unter der administrativen Leitung der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin.


Ausleger-Segelboote, 1964-1965, Foto: Ethnologisches Museum - Staatliche Museen zu Berlin, Dietrich Graf
Ausleger-Segelboote, 1964-1965, Foto: Ethnologisches Museum - Staatliche Museen zu Berlin, Dietrich Graf

Das Ethnologische Museum lädt im Humboldt-Forum zu einer inspirierenden Weltreise ein, die neue Blicke auf die vergangenen und gegenwärtigen Kulturen Afrikas, Amerikas, Asiens, Australiens und der Südsee eröffnet.

Auf ca. 10.000 Quadratmetern präsentiert es seine archäologischen und kulturhistorischen Sammlungsobjekte zusammen mit dem großen Bestand an Fotografien, Filmen und Tonaufnahmen. Modulare Ausstellungseinheiten sollen ein hohes Maß an Flexibilität ermöglichen, um etwa neue Forschungsergebnisse zu integrieren oder aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen zeitnah aufzugreifen. Dabei wird sich das Ethnologische Museum auch mit dem Erbe und den Konsequenzen des Kolonialismus und der Rolle Europas kritisch auseinandersetzen. Globalisierung, die Verflechtung der Kontinente, ist nicht nur ein Phänomen der Gegenwart, sondern geht weit in die Geschichte zurück. In multiethnischen Metropolen wie Berlin leben Menschen aus allen Kontinenten: Fragen zu Zentrum und Peripherie müssen in der Gegenwart neu gestellt werden. Ziel ist es, das Interesse an Interaktion und interkultureller Begegnung zu wecken und ein globales Verständnis zu fördern.


Skulpturen der Ghandara-Schule, 1.-5. Jh., Foto: Museum für Asiatische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin
Skulpturen der Ghandara-Schule, 1.-5. Jh., Foto: Museum für Asiatische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin

Im Humboldt-Forum wird das Museum für Asiatische Kunst erlesene Werke im Kontext ihrer gesellschaftlichen Entstehung und im direkten Gegenüber mit gegenwärtiger und globaler Kunst präsentieren.

Die reiche Sammlung des Museums für Asiatische Kunst umfasst Kunst und Handwerk vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis in die Gegenwart: ostasiatische Malerei und Grafik, Lackkunst und Keramik, die Kunst der Seidenstraße, frühindische Skulpturen und die spätere indische Malerei. Von den mehr als 30.000 Werken sollen im Humboldt-Forum auf 5.000 Quadratmetern so viele wie möglich gezeigt werden. Neuartige Ausstellungsformen werden um Studiensammlungen ergänzt. Immer stehen dabei Verbindungen und Kontexte im Vordergrund; die Künstler in ihrem Umkreis, archäologische Objekte und Kunstgewerbe in ihrem kulturellen Umfeld. Auch die größeren Zusammenhänge, wie die Wechselwirkung zwischen süd- und ostasiatischer Kunst über Zentralasien oder die asiatische Kunst, gerade auch die der Gegenwart im internationalen Kontext, kommen zur Geltung. Von einem Fenster auf eine ferne, fremde Welt wird das Museum zu einem Ort, wo sich Besucher aktiv mit der Kunst Asiens auseinandersetzen können – mit ihrer Vergangenheit und Gegenwart, mit ihrer Eigenständigkeit und ihrer globaler Vernetzung.